Festungsruine Rothenberg

Die heutige Festungsruine Rothenberg hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Nach frühen Aufzeichnungen fand die erste Besiedlung des Rothenbergs bereits um 600 v.Chr. statt, eine erste Burganlage wird als Alter Rothenberg bezeichnet, diese bestand etwas westlich der heutigen Festungsanlage zwischen 1254 und etwa 1300. 

Zwischen 1300 und 1330 erbaute Dietrich von Wildenstein an der heutigen Stelle erstmals eine Gipfelburg, 1360 wurde diese an König Karl IV. verkauft, der spätere römisch-deutsche Kaiser ließ diese zu einer Veste erweitern. 

1478 schuf Pfalzgraf Otto II. die Voraussetzungen für eine Granerbenburg innerhalb der Festung. Nach zahlreichen Erbfolgekriegen verblieb die Burg in Bayrischer Hand. Im Königreich Bayern verlor die Burg ihre strategische Bedeutung und wurde als Festungsgefängnis und als Altersheim für Veteranen verwendet. Aufgrund von Sickerwasser und Kasematteneinbrüchen war man nicht mehr bereit Geld für umfangreiche Renovierungen auszugeben. Mit Erlass von 1838 erwirkte Ludwig I. schließlich die Auflassung der Festung Rothenberg. 

Die Folge war der Verkauf des gesamten Inventars inklusive Türen, Fenstern, Balken und allem was sich irgendwie entfernen ließ.  1876 versuchte man sich an Sprengungen des Mauerwalls, scheiterte jedoch an der Stärke der Mauern, diese sind etwa 7m breit. 

Mit der aufkommenden Eisenbahn gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Festungsruine zu einem beliebten Ausflugsziel. 

Heute gehört die Burg der Bayrischen Schlösserverwaltung und Besuche sind im Rahmen einer Führung möglich. 

Öffnungszeiten April-Oktober, Mittwoch bis Sonntag 10-17 Uhr, etwa eine Stunde dauert die Führung und kostet 5€. Achtung: Es besteht während der Zeit in der Ruine Helmpflicht.